La Traviata im Sydney Opera House
Nach dem anstrengenden Flug, der nervenaufreibenden Wohnungssuche und den ersten Eingewöhnungsschwierigkeiten ist der Abend endlich gekommen: der 25.02., die Aufführung von La Traviata im Sydney Opera House. Natürlich muss man sich standesgemäß aufbrezeln, da kann man schon mal die Einführungsveranstaltung geschlagene 5 Stunden früher verlassen, nur um die gesparte Zeit in einem Straßencafé mit Bananasmoothies zu verbringen. Danach ging es aber schnell nach Hause zum Fertigmachen. Pünktlich verlassen wir zwar das Haus, auf die U-Bahnen in Sydney ist jedoch mal wieder kein Verlass…
Am Harbour angekommen sehen wir uns angesichts der umwerfenden Kulisse im Sonnenuntergang trotz immensem Zeitdruck gezwungen, eine spontane Fotosession einzulegen. Nach getaner Arbeit hechten wir weiter Richtung Oper, vor deren Füßen suchen wir vergebens nach Passanten, die ein brauchbares Foto mit der Kamera von uns beiden schießen, trotzdem bleiben uns nur noch 5 Minuten, bis die heiligen Hallen geschlossen werden.
Wir schaffen es gerade noch pünktlich auf unsere super Plätze ganz vorne (ein riesen Dankeschön noch einmal an dieser Stelle, ihr Lieben!!). Das Orchester fängt an zu spielen, kurz danach geht der Vorhang auf, das Stück fängt an. Als erstes sieht man den Nebel und bemerkt den angenehmen Duft, der die ganze Aufführung lang erhalten bleibt. Bereits das erste Bühnenbild ist umwerfend; so farbenfroh und voller Leben. Das erste Stück ist wohl auch eines der bekanntesten, Libiam ne’ liet calici, ich erwische mich beim mitwippen mit dem Bein. Die Pause nutzen wir, um vor dem tollen Hintergrund der Skyline und der Opera über das Gesehene zu sprechen und sind dabei so in unserem Element, dass die zurück strömenden Massen von uns unbemerkt bleiben. Die noch halb vollen Sektgläser müssen wir beim hinein laufen natürlich draußen lassen, schaffen es aber noch in letzter Sekunde, vor den sich schließenden Türen im Saal zu sein. Auch die folgenden Akte sind ein Traum, gleich am Anfang sorgt die Casino-Szene für Stimmung, obwohl es leider operntypisch kein Happy End gibt…Dieses klassische Stück ist ein absolutes Muss und gerade, es in der Sydney Opera genießen zu können, deren Architektur nicht nur optisch, sondern auch akustisch atemberaubend ist, wird für uns immer ein unvergessliches Erlebnis bleiben.
Beschwingt von der Musik und den schönen Bildern und Eindrücken laufen wir am beleuchteten Hafen entlang – kann ein solcher Abend besser ausklingen? Wir finden nicht. Außenkorrespondenz ist schon eine feine Sache…


